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Trenck der Pandur – das Freilichtspiel in Waldmünchen

Die Panduren sind da! 
Es ist ein bizarrer Haufen mordlüsterner Krieger, die 1742 in Bayern wüten. Sie fürchten weder Tod noch Teufel, kämpfen für ihren berüchtigten Anführer Trenck und für sich selbst. Als sie am 15. September nach Waldmünchen kommen, eilt ihnen bereits der Ruf schlimmster Grausamkeit und Beutegier voraus. Sie kommen vom Balkan, die meisten aus einem Gebiet an der Südgrenze des Königreichs Ungarn, das Teil der K. und K. Monarchie ist. Man nennt sie Panduren, was im Ungarischen soviel bedeutet wie "Leibwächter". Sie sind die Panduren Trencks: Er hat sie auf eigene Kosten engagiert, und sie gehorchen nur seinem Kommando. 

Liebe ist auch im Spiel 
Drei Frauen sind es, die den Lauf dieser Geschichte beeinflussen: Die Kaiserin Maria Theresia im fernen Wien, die der Trenck verehrt und für die er "lachend in den Tod" zu gehen bereit ist; die Zigeunerin Mariuzza, die Trencks Schicksal voraussieht, aber in ihrer leidenschaftlichen Liebe zu ihm mit Blindheit geschlagen ist; die schöne Kathi Schwab aus dem von den Panduren niedergebrannten Cham, die zuerst Beute ist und sich dann selbst aus freien Stücken opfert, weil sie erkennt, dass durch die Liebe "alle Sinne sich zum Besseren kehren". Für die Waldmünchner bedeutet der Gesinnungswandel Trencks die Rettung. Für den Trenck selbst ist der späte Wandel zum Guten der Anfang vom Ende: Er ist für die Widersacher aus den eigenen Reihen angreifbar geworden. 

Im Namen Ihrer Majestät - die Kaiserin 
Die Hauptfigur des Stückes spielte auch im Leben, vor rund 250 Jahren, eine tragische Rolle. Franz Freiherr von der Trenck wurde 1711 als Sohn eines K. und K. Offiziers in Reggio (Kalabrien) geboren, verbrachte den größten Teil seiner Jugend in  Jesuitenkollegien und kam als 17jähriger zum Militär. Er kämpfte als Freischärler mit den Russen gegen die Türken, zeichnete sich durch Tapferkeit aus, wurde aber wegen Auflehnung gegen einen Offizier vor ein Kriegsgericht gestellt, zum Tode verurteilt und in letzter Sekunde zu Schanzarbeiten an der Front begnadigt. Wenige Jahre später machte er wieder von sich reden, als er mit 30 Panduren türkische Grenzräuber bis in deren Heimat verfolgte und wegen seines eigenmächtigen Vorgehens nach Esseg (dem heute kroatischen Osijek) zitiert wurde. Statt dort zu erscheinen, floh er an den Hof nach Wien, wo es ihm gelang, Verständnis für sein Handeln zu finden und mit seiner Pandurenschar in kaiserliche Dienste berufen zu werden. Als 1741 der Österreichische Erbfolgekrieg begann, stellte Trenck auf eigene Kosten ein 1000 Mann starkes Freikorps auf, das bald überall zwischen Isar und bayerisch-böhmischer Grenze gefürchtet war. Das Kriegsglück verließ ihn in Waldmünchen. Nachdem er die Stadt im September 1742 verschont hatte, darf er zwei Jahre später zwar noch mit einem Habsburger-Korps an den Rhein und anschließend Böhmen gegen die Preußen verteidigen. 1745 erfolgt zu Füssen der Friedensschluss zwischen Bayern und Österreich. Danach wird ihm aber in einem über zwei Jahre dauernden Verfahren der Prozess gemacht. Kaiserin Maria Theresia wandelt das Todesurteil schließlich in lebenslange Haft um. Nur ein knappes Jahr später, am 4. Oktober 1749, stirbt Franz Freiherr von der Trenck auf der Festung Spielberg bei Brünn. 

Waldmünchens Rolle 
Wie viele andere Orte an wichtigen Handels- und Heeresstraßen hatte Waldmünchen aus seiner Lage seit jeher nicht nur Nutzen ziehen können. Immer wieder war die Stadt als Durchgangsort für Freund und Feind in kriegerische Auseinandersetzungen hineingerissen worden. Am 15. September 1742 kamen die Panduren. Ihr Anführer Trenck war von Kaiserin Maria Theresia zum Obristen ernannt und mit seinem Freikorps Marschall Khevenhüller unterstellt worden, dem Oberkommandierenden der kaiserlichen Truppen im Österreichischen Erbfolgekrieg. Angezettelt wurde der Krieg 1740 vom bayerischen Kurfürsten Karl Albrecht, der als Sohn einer österreichischen Kaisertochter selbst einen Anspruch auf den Habsburger-Thron gehabt hätte, wenn von Kaiser Karl VI in einer "Pragmatischen Sanktion" von 1713 nicht ein neues habsburgerisches Hausgesetz erlassen worden wäre. Es eröffnete erstmals den Töchtern der Dynastie und damit der erst 23jährigen Maria Theresia die Thronfolge. Trenck kam mit seinen Panduren nach Waldmünchen, nachdem er bereits Plattling, Deggendorf, Mainburg, Reichenhall, Tölz, Fürstenfeldbruck und München erobert und Cham geplündert und niedergebrannt hatte. Waldmünchen verschonte er gegen die Zahlung von 50 Species-Dukaten. Ebensoviel mussten der Pfarrer und die Gemeinde Gleißenberg bezahlen, und für die Auslösung der Frau des geflohenen Stadtpflegers Kern mußten weitere 400 Gulden aufgebracht werden. Drei Tage lang logierte der Pandurenführer im Gasthof zur Post. Für seine geliebte Kathi requirierte er vom Posthalter eine neue Chaise. In den Jahren nach 1945 regte eine Gruppe theaterbegeisteter Waldmünchner Bürger an, ein Volkstheaterstück zu inszenieren, um die Heimattraditionen zu fördern. Auf der Suche in der Geschichte der Stadt Waldmünchen stieß man dabei auf die Ereignisse des österreichischen Erbfolgekrieges und beschloss, dieses als historischen Hintergrund des Freilichtfestspiels zu nehmen. Die Uraufführung des Freilichtfestspiels "Trenck der Pandur vor Waldmünchen" fand dann im Rahmen des 1. Waldmünchner Heimatfestes am 16. Juli 1950 statt. Seither wird das Freilichtfestspiel alljährlich im Juli/August auf dem Festspielplatz aufgeführt und ist damit das einzige nach dem 2. Weltkrieg entstandene Heimatspiel, das bis heute Bestand hat. 

Mittendrin im 18. Jahrhundert 
Die Nacht bricht herein. Soeben hat der Herold die Schreckensbotschaft verkündet: "Der Trenck vor'm Tor!" Wir hören das Trommeln wirbelnder Pferdehufe, das näher und näher kommt. Eine Handvoll verwegener Gesellen bringt ihre Rösser direkt vor uns zum Stehen. Barsche Befehle und ein schriller Fanfarenstoß durchschneiden die gespannte Stille. Ein Planwagen rumpelt an uns vorbei, dem abenteuerlich aussehende Gestalten mit schweren Schritten folgen. Reisigbündel werden vom Wagen gerissen und in Brand gesteckt. Die flackernden Feuer beleuchten eine gespenstische Szenerie. Die Schatten auf der alten Stadtmauer nehmen bedrohliche Dimensionen an. Die Gesten und Gebärden der Männer sprechen eine erschreckende Sprache der Rohheit und Gewalt. Das Spiel von Licht und Dunkel verzerrt Gesichter zu Fratzen, die uns das Blut in den Adern gefrieren lassen. Noch ein Trupp von Reitern jagt im wildem Galopp heran. Der aufwirbelnde Staub und der Geruch ihrer Pferde rauben uns fast den Atem. Wir sind mittendrin: im 18. Jahrhundert, in Waldmünchen.


https://www.youtube.com/watch?v=hxncV4vOodU

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